Legionellen sind Bakterien, die in Wasserleitungen wachsen können und beim Einatmen von Wasserdampf ernsthafte Lungenerkrankungen verursachen. In Halle (Saale) betrifft das Thema besonders Mehrfamilienhäuser mit zentraler Warmwasserversorgung, die regelmäßig überprüft werden müssen.
Wann entstehen Legionellen in Leitungen?
Legionellen vermehren sich am stärksten bei Wassertemperaturen zwischen 25 und 55 Grad Celsius. Stagnationswasser - also Wasser, das lange stillsteht - bietet ihnen ideale Bedingungen. Typische Risikostellen sind lange Leitungsabschnitte, selten benutzte Zapfstellen und schlecht isolierte Warmwasserleitungen.
Wer muss in Halle auf Legionellen prüfen?
Laut Trinkwasserverordnung (TrinkwV) sind Betreiber von Großanlagen zur Trinkwassererwärmung in Wohngebäuden mit mindestens drei Wohneinheiten verpflichtet, regelmäßige Legionellenprüfungen durchzuführen. In der Praxis bedeutet das: Vermieter von Mehrfamilienhäusern in Halle müssen alle drei Jahre Proben nehmen lassen. Das zuständige Gesundheitsamt der Stadt Halle informiert über die genauen Anforderungen.
Schutzmaßnahmen gegen Legionellen
- Warmwasser immer auf mindestens 60 Grad halten: Bei dieser Temperatur sterben Legionellen ab.
- Selten benutzte Zapfstellen regelmäßig spülen: Mindestens einmal pro Woche kurz aufdrehen.
- Keine Totleitungen: Beim Umbau offene Leitungsenden vermeiden oder fachgerecht verschließen.
- Leitungen fachgerecht dämmen: Kaltwasser kalt halten, Warmwasser warm - Kreuzungen vermeiden.
Was tun, wenn Legionellen gefunden wurden?
Bei einem positiven Befund muss die zuständige Behörde informiert werden. In Halle ist das das Gesundheitsamt. Es folgt eine Ursachensuche und eine thermische oder chemische Desinfektion durch einen zugelassenen Fachbetrieb. Mietern muss der Vermieter unverzüglich Mitteilung machen.
Häufige Fragen
Kann ich als Mieter die Legionellenprüfung selbst beauftragen?
Nein, die Prüfpflicht liegt beim Vermieter bzw. Eigentümer. Als Mieter können Sie jedoch nachfragen und das aktuelle Prüfprotokoll einsehen. Reagiert der Vermieter nicht, kann das Gesundheitsamt eingeschaltet werden.
Ist kaltes Wasser von Legionellen betroffen?
Theoretisch ja, aber Legionellen vermehren sich im Kaltwasser kaum, solange die Temperatur dauerhaft unter 20 Grad bleibt. Das Problem liegt fast ausschließlich im Warmwasserbereich.
Wie erkenne ich eine Legionellen-Infektion?
Symptome ähneln einer schweren Lungenentzündung: Fieber, Husten, Atemnot. Wer nach dem Duschen solche Beschwerden entwickelt, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen und auf Legionellen testen lassen.